Wolle gefärbt in einem Sud aus Zwiebelschalen

A. Gothsch, Kieler Nachrichten - Ostholstein, 19.August 2009
KN-Serie Urlaubertipp: Turmhügelburg im Lütjenburger Nienthal

Urlauber aus Bergfelde genossen das Treiben mit Mittelalter-Freunden

Für Langeweile hatte Sascha Wulsdorf aus Bergfelde bei Berlin, der mit seinen Eltern zum ersten Mal in Schleswig-Holstein Urlaub machte, keine Zeit. „Wenn nicht gerade Badewetter war, haben wir die verschiedensten Angebote genutzt, um die Gegend kennen zu lernen“, erzählte Vater Thomas Wulsdorf, der sich mit seiner Familie eine Ferienwohnung in Kellenhusen gemietet hatte. Sehr gut gefallen hätte ihnen eine Tour mit der Museumsbahn Schönberg, „aber auch von der ganzen Anlage der Turmhügelburg waren wir begeistert.“

Dabei hatten die Wulsdorfs auch noch das Glück, dass bei ihrem Besuch einige Mittelalter-Freunde das Wochenende auf der Anlage verbracht hatten und den Gästen zeigen und erklären konnten, wie die Menschen damals in etwas gelebt haben. So hatte „Lis“ aus der Kieler Gruppe „Bodendiecks Gesinde“ einen Sud aus Zwiebelschalen gekocht, um darin Wolle zu färben, während „Valder Valdersohn“ und der „Großknecht Hermann“ erklärten wie die Arbeit in der Familie verteilt war, wie aus dem Brunnen Wasser geschöpft oder welche Werkzeuge hergestellt wurden.


Foto: A. Gothsch

„Unser Ziel ist es, die Belebung der Burg mit Gruppen und Vereinen, die sich mit dem Leben im Mittelalter beschäftigen, auszubauen“, sagt Hartmut Eller, erster Vorsitzender des Fördervereins, der „Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg“. Es wirke für die Besucher viel authentischer, wenn hier Menschen seien, „die beispielsweise ihre Kleidung nach damaligem Vorbild gestalten und selbst herstellen, über dem offenen Feuer kochen, Lieder und Bräuche aus dem Mittelalter kennen und den Besuchern auf anschauliche Weise Wissen über diese Zeit vermitteln können“.

Pro Jahr organisiert der Verein mit seinem ehrenamtlichen Helfern rund 250 Führungen, dazu zahlreiche Veranstaltungen wie beispielsweise den „Lütjenburger Aufbruch“, der am ersten September-Wochenende stattfindet.