Mittelalter-Gruppe war in Molfsee zu Gast
Normalerweise beleben die Mittelalter-Darsteller von „Bodendieks Gesinde" das Gelände der Turmhügelburg bei Lütjenburg. Am gestrigen Sonntag waren sie mit Zeltdach, Tischen, Bänken und mittelalterlichem Handwerk zu Gast im Freilichtmuseum in Molfsee. Vor dem Pfarrhaus aus Grube von 1559 hatte die Gruppe ihr Lager aufgeschlagen.
Während Tischler „Valder" am „Ziehpferd" mit dem Ziehmesser Tischbeine hobelte, zeigten die Frauen der Gruppe alte Handarbeitstechniken, wie das Spinnen von Wolle mit der Handspindel oder das „Nadelbinding", bei dem zum Beispiel Socken heraus kommen, die wie gehäkelt aussehen. „Nadelbinding ist auch praktisch ein Vorläufer des Häkelns", erklärte Christiane Schröder. Allerdings war die Nadel, die sie in Molfsee verwendete, aus poliertem Holz und hatte im Unterschied zu einer Häkelnadel keinen Haken am Ende. „Das ist mehr so eine Knoten-an-Knoten-Technik. Das hat den Vorteil, dass es auch nicht aufrappelt, wenn mal ein Loch reinkommt", sagte Christiane Schröder.
Die Besucher des Freilichtmuseums sahen den Gesindeleuten genau auf die Finger. Erdmuthe und Eckhard Thurow aus Felde und Ilse Wecke aus Hannover waren besonders von der Ruhe und Konzentration beeindruckt, mit der die Mittelalterdarstellerin Lisette Mann das Kammflechten vorführte: Aus grauen, mit Walnussschale gefärbten Fäden und holunderbeerlilafarbigen Fäden stellte sie mit Webkamm und Nadel ein schmales gemustertes Band her. „Dass sie da nicht durcheinander kommen, wenn sie sich noch mit uns unterhalten und wir so dusselige Fragen stellen", staunte die Besucherin Ilse Wecke. Ein Lächeln als Antwort: „Deswegen habe ich ein leichtes Muster gewählt. Bei einem schwierigen brauchte ich tatsächlich mehr Ruhe", entgegnete Lisette Mann.
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